Die Fachjury unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Bunge hat im Auftrag der Stiftung pro Aqua – pro Vita aus 68 Eingaben in der Kategorie «Innovation» drei herausragende Projekte für den Umweltpreis der Schweiz nominiert. Die Projekte von Abwasserreinigung Kloten/Opfikon, BSH Bosch und Siemens Hausgeräte AG und Neurobat AG haben die Jury durch ihren hohen Grad an Innovation, Ressourcenschonung und Umweltrelevanz überzeugt. Die Bekanntgabe der Gewinner – auch in der Kategorie «Ecopreneur» – findet am 17. Januar 2012 im Rahmen der Swissbau in Basel statt.
Der Umweltpreis der Schweiz ist mit 50'000 Franken einer der höchstdotierten Umweltpreise in der Schweiz und wird alle zwei Jahre von der Stiftung pro Aqua – pro Vita vergeben. Der Jurypräsident Prof. Dr. Rainer Bunge zeigte sich beeindruckt von der Qualität und der Vielfalt der Eingaben. Die Palette reichte von Projekten aus der klassischen Umwelttechnik über solche aus den Bereichen nachhaltiger Mobilität bis hin zu energiesparenden Produkten und Prozessen. Die hohe Zahl der Bewerbungen in der Kategorie Innovation und die zwölf Empfehlungen für den Ecopreneur 2012 zeigen, dass sich der Umweltpreis der Schweiz in den letzten Jahren ein hohes Ansehen in der Branche erarbeitet hat.
In Bezug auf den Innovationsgrad, den konkreten Umweltnutzen und den Entwicklungsstand der Projekte hat die Fachjury drei ganz unterschiedliche Produkte und Verfahren nominiert. Da ist zum einen die Abwasserreinigung Kloten/Opfikon (AKO), welche mit der Produktion eines Düngers aus Abwasser gleich zwei Probleme auf elegante Weise löst: die Vernichtung von Schadstoff und daraus die Produktion eines auf Stickstoff basierenden Wertstoffs. Auf der Kläranlage Kloten/Opfikon wird zum ersten Mal in der Schweiz ein Teil des in dem Abwasser enthaltenen Stickstoffs zurück gewonnen und als Dünger in den Stickstoffkreislauf zurückgeführt. Dabei wird der Stickstoff aus dem beim Reinigungsprozess anfallenden Faulwasser mit dem Verfahren der Ammoniakstrippung in Ammoniumsulfat umgesetzt. Das Endprodukt ist ein Flüssigdünger der in der Landwirtschaft stark nachgefragt wird. Durch die Recyclierung wird nicht nur der Stickstoffeintrag in die Gewässer reduziert, sondern auch der Stickstoffkreislauf nahezu geschlossen. Als besondere Innovation gilt die vorgängige neue Faulwasservorbehandlung in Form eines CO2-Strippers, welcher eine 50% Reduktion des Laugenbedarfs erlaubt und eine deutliche Effizienzsteigerung mit höherer Wirtschaftlichkeit generiert. Das in Zusammenarbeit mit der Eawag und anderen Partnern entwickelte Verfahren ist seit 2010 in der Kläranlage Kloten/Opfikon in Betrieb. Es wurde substanziell durch das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich unterstützt.
Kaum vorstellbar, dass im Bereich der Haushaltsgeräte heute noch Quantensprünge in Bezug auf Energieeffizienz möglich sind. Und trotzdem ist es der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte AG mit der Zeolith-Technologie in Geschirrspülern gelungen, genau diesen Sprung zu machen. Die Innovation überzeugt nicht nur durch eine beeindruckende Energieeffizienz, sondern auch durch eine einfache Anwendung. Das natürliche Aluminiumsilikat Zeolith wird in den Geschirrspülern als Wasserspeicher während des Trocknungsprozesses eingesetzt. Die Silikate weisen eine poröse Struktur auf, die es ihnen erlaubt, Feuchtigkeit zu speichern und dabei Kondensationswärme abzugeben. Im Detail funktioniert das so: In einem Spezialbehälter befindet sich etwa ein Kilogramm Zeolith. Am Ende eines Spülganges wird der in der Trocknungsphase entstehende Wasserdampf durch diesen Behälter geleitet. Das Zeolith nimmt dabei die Feuchtigkeit vollständig auf und gibt heisse, trockene Luft ab. Diese wird wieder in den Innenraum des Geschirrspülers geführt und trocknet hier das Geschirr. Zu Beginn des nächsten Spülganges wird der Zeolith durch Erhitzung regeneriert und der entstehende Wasserdampf wird zur Vorwärmung des Geschirrs verwendet. Die Geräte gehören zur Effizienzklasse A+++ und damit zu den sparsamsten Geräten der Welt.
Der Energieeffizienz und damit der umweltfreundlichen Steuerung von Heizung, Lüftung und Klima in Gebäuden hat sich das Unternehmen Neurobat AG verschrieben. Der von Neurobat entwickelte Regler senkt den Energieverbrauch und damit die Heizkosten, bei gleichzeitiger Optimierung des Wohnkomforts. Die heute auf dem Markt erhältlichen Steuerungen verändern die Heizleistung mittels heizkurvenbasierter Modelle, welche jedoch Faktoren wie Freiwärme, Sonneneinstrahlung und Wärmeproduktion der Bewohner nicht berücksichtigen. Das auf einem ausgeklügelten Algorithmus basierende Neurobat Regler-System dagegen lernt ständig hinzu. Es antizipiert die klimatischen Veränderungen, die thermischen Vorgaben des Gebäudes wie Isolation und Verglasung sowie das Verhalten der Bewohner. Dabei optimiert es laufend die Heizleistung im Hinblick auf Energieeffizienz und Komfort. Die einfache Installation des Reglers und der geringe Aufwand im Unterhalt sind weitere Pluspunkte. Die Technologie lässt sich in nahezu allen Gebäuden, egal ob Ein- oder Mehrfamilienhaus oder Geschäftsliegenschaft einsetzen und eignet sich für alle Heizsysteme wie Wärmepumpen, Öl-, Gas- oder Fernwärme. Praxistests haben gezeigt, dass Energieeinsparungen von 28-65% möglich sind. Bei einem Einsatz der Neurobat Technologie in nur 20% der Gebäude in der Schweiz würden sich die CO2-Emissionen um 1 Million Tonnen pro Jahr reduzieren!
Ecopreneur – Anerkennungspreis für Unternehmer Der Umweltpreis der Schweiz wird im Januar zusätzlich in der Kategorie «Ecopreneur» vergeben. Ausgezeichnet wird ein Unternehmer, welcher durch sein nachhaltiges und langjähriges Engagement im Umweltschutz und in der Schonung natürlicher Ressourcen sichtbaren Erfolg am Markt hat. Die Bekanntgabe des Gewinners erfolgt an der Preisverleihung. Eingereicht wurden total zwölf Empfehlungen.
Bekanntgabe der Gewinner und Vergabe der Preise an der Swissbau 2012 Die Preisverleihung findet am 17. Januar 2012 um 17.30 Uhr, an der Swissbau in Basel, Halle 1.2, Swissbau Focus, statt. Im Rahmen der Preisverleihung spricht Alec von Graffenried, Nationalrat und Direktor für nachhaltige Entwicklung bei Losinger Marazzi unter dem Motto «Wir müssen selbst die Veränderung sein, die wir in der Welt sehen wollen». Die Verleihung ist öffentlich.
Der Umweltpreis der Schweiz wird von folgenden Unternehmen und Organisationen unterstützt: Sponsoren: Bundesamt für Umwelt, Coop, Veolia Umweltservice Donator: Amt für Umwelt und Energie Kanton Basel-Stadt Medienpartner: baufördergelder.ch, baublatt, kommunalmagazin und Viso Materialpartner: Sprüngli Druck AG
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Ansprechpartnerin für die Medien Muriel Lehmann | Kommunikationsleiterin Umweltpreis der Schweiz c/o MCH Messe Schweiz (Basel) AG | Postfach | CH-4005 Basel Tel. +41 58 206 22 57 | Fax +41 58 206 21 88 muriel.lehmann@umweltpreis.ch www.umweltpreis.ch | www.swissbau.ch |